Park Tool TS-4 Zentrierständer

Zentrierständer kaufen – hier ist die ultimative Kaufberatung!

So, du möchtest also zukünftig deine Laufräder selber bauen oder dich zumindest um deren Qualität selbst kümmern. Dafür beglückwünsche ich dich schon mal, denn ich bin mir ziemlich du wirst die Entscheidung nicht bereuen.

Meine Qualifikation

Ich selbst baue schon seit über 20 Jahren meine Laufräder selbst, da ich erstens nicht mit der Arbeit der “Profis” zufrieden war, und, weil ich damals Weltreise-Pläne mit dem Fahrrad hatte, ich es als notwendig ansah es zu können um mir einerseits selbst helfen zu können andererseits ich noch weniger vertrauen in die technische Expertise der Einheimischen unterwegs hatte. Dies nicht aufgrund von Vorurteilen sonder schlicht, weil ich dachte, dass sie nicht mit dem gleichen Material arbeiteten und und darum den Qualitätsstandard den wir hier in Westeuropa haben nicht kennen. Und ich sollte recht behalten.

Ich baue nicht nur Laufräder, ich fahre sie auch selbst. Und ich kann mit Fug und Recht sagen, dass ich keinen Laufrad-Defekt mehr hatte der auf die Bau-Qualität des Laufrads (meine Arbeit und Wahl der Komponenten) zurück zu führen ist seit ich meine Laufräder selber baue. Und das obwohl ich mit 95-100Kg kein Leichtgewicht bin und auch “nur mit Wasser koche” wie alle.

Gründe für den Kauf eines Zentrierständers

Um es gleich vorweg zu sagen: um ein Laufrad zu Zentrieren braucht es einen Speichenschlüssel und vielleicht noch ein paar Kabelbinder. Und natürlich das Fahrrad selbst, denn ohne Fahrrad machen Laufräder ja auch keinen Sinn.

So habe ich auch angefangen, indem ich das Rad umgedreht, an den Gabelscheiden Kabelbinder als Fühler (Sonden) angebracht und so das Laufrad zentriert habe. Das funktioniert ausreichend gut wenn man improvisieren muss, allerdings schon beim Hinterrad wird es doof, vor allem wenn Schutzblechhalter und Gepäckträger im Weg sind. Abgesehen davon wird das Laufrad zwar funktionieren aber so richtig gut ist es eben nicht wenn es nur rund läuft, die Speichenspannung vielleicht aber höher und gleichmäßiger sein könnte.

Du siehst, es gibt gute Gründe einen Zentrierständer zu kaufen, denn mit einem Zentrierständer lässt sich einfach besser arbeiten und ein hochwertigeres Ergebnis erzielen.

Die Qual der Wahl: Welchen Zentrierständer?

Hat man sich erst mal dafür entschieden einen Zentrierständer zu kaufen, dann steht man vor einer mehr oder weniger großen Auswahl an Zentrierständern in allen möglichen Formen und Farben und natürlich Preisklassen.

Hier muss man nun in sich gehen und sich überlegen was man will.

  • Wie viel will ich ausgeben, wie hoch ist mein Budget?
  • Welche Art von Laufräder möchte ich bauen/warten?
  • Kann ich bestimmte Dinge ausschließen?
  • Will ich es nur mal ausprobieren oder habe ich ein ernsthaftes, vielleicht sogar (semi-) professionelles Interesse?

Keine Frage, spielte Geld keine Rolle, dann hätte ich schon lange den DT Swiss Zentrierständer hier stehen, mit Messuhren und allem drum und dran. Allerdings baue ich vergleichsweise so wenig Laufräder, dass ich diese Ausgabe nicht vor mir rechtfertigen kann. Auch nicht als Hobby.

DT Swiss Zentrierständer
DT Swiss Zentrierständer

Aber: das bin nur ich, das soll natürlich niemanden vom Kauf abhalten der auf hochwertiges Schweizer Präzisionswerkzeug steht.

Ein weiterer wesentlicher Punkt sind die Art der Laufräder. Fährst du Steckachsen/Fatbike/Plus-Size/Tubeless oder alles zusammen beziehungsweise hast damit zu tun, dann solltest du dir den Park Tool TS-4 anschauen. Der TS-4 kann das alles und er ist groß genug damit du den Reifen beim Fatbike/27,5+/29+ Tubeless Setup drauflassen kannst.

Wenn du Tubeless fährst, dann muss ich dir diesen Vorteil wohl nicht erst erklären …

Park Tool TS-4 Zentrierständer
Park Tool TS-4 Zentrierständer

Bist du weder Mountainbiker noch fährst du Fatbike und kannst auch weitestgehend ausschließen, dass du mit übergroßen Rädern, Tubeless-Setups und Steckachsen zu tun hast, dann solltest du dir den Park Tool TS-2.2 bzw. den TS-2.2P anschauen.

Park Tool TS-2.2 Zentrierständer
Park Tool TS-2.2 Zentrierständer

Der TS-2.2 ist laut dem Hersteller Park Tool der Industrie-Standard seit 35 Jahren (zumindest in den USA). Er ist aus solidem Werkzeugstahl gefertigt (übrigens auch der TS-4). Der P ist dabei technisch und funktional identisch mit dem TS-2.2, jedoch etwas günstiger da nur aus “normalem” Stahl, das zum Schutz gegen Rost pulverbeschichtet wurde.

Park Tool Zentrierständer TS-2.2P
Park Tool Zentrierständer TS-2.2P

Sollten sich deine Interessen oder Bedürfnisse irgendwann mal ändern, dann ist es möglich den TS-2/TS-2.2P mit der TS-2EXT.2 Verlängerung nachzurüsten, wodurch die Zentrierständer uneingeschränkt kompatibel zu allen modernen Standards werden.

Park Tool TS-2EXT.2 Verlängerung
Park Tool TS-2EXT.2 Verlängerung

Der Park Tool TS-2.2P liegt momentan bei ca. 225,- € der TS-2.2 bei ca. 250,- € und der TS-4 bei 470,- €.

Wenn dir das zu teuer ist, dann schau dir doch mal den Park Tool TS-8 an. Der TS-8 ist ein günstiger Einsteiger-Zentrierständer für unter 100,- €. Natürlich kann er nicht mit den gleichen Eigenschaften aufwarten wie die teureren, aber viele Leute benutzen ihn und sind hoch zufrieden. Vielleicht ist er ja für deine Zwecke ausreichend?

Park Tool TS-8 Zentrierständer
Park Tool TS-8 Zentrierständer

Und was ist mit all den günstigen Zentrierständern?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen auch mit einem sehr günstigen Modell wie dem TACX Exact oder dem Minoura FT-1 glücklich zu werden, wenn man weiß was man braucht bzw. will und ob der Zentrierständer das kann.

Minoura Zentrierständer FT-1, 4500012
Minoura Zentrierständer FT-1
Tacx T 3175 Exact Zentrierständer
Tacx T 3175 Exact Zentrierständer

In der Regel haben die billigen Zentrierständer alle zwei gravierende Nachteile:

  1. Es wird am Material gespart, dadurch sind sie nicht besonders steif und wackeln. Das wirkt sich natürlich auch auf die Präzision bei der Zentrierarbeit aus
  2. Sie sind nicht für Steckachsen, Große Raddurchmesser und Überbreite Naben geeignet.

Das Problem #1 lässt sich in den Griff bekommen, ich selbst habe jahrelang Laufräder auf einem Zentrierständer gebaut, den ich mir aus zwei Aluwinkeln aus dem Baumarkt und ein paar Schrauben zusammengebastelt habe, Kosten für den Eigenbau-Zentrierständer weniger als 15 Euro. Das Problem damals war, dass ich schnell was brauchte für eine einmalige Sache, ich aber nicht viel Geld zum ausgeben hatte.

Ich hatte vorher allerdings schon mal einen billigen Zentrierständer im Stile des M-Wave Zentrierständers der hat mich persönlich nicht überzeugt.

M-Wave Zentrierständer

Aber: wie gesagt – ich bin nicht du, vielleicht reicht er für deine Bedürfnisse aus, das kannst nur du entscheiden.

Mein Fazit

Unterm Strich würde ich heute mindestens in den Park Tool TS-8 investieren, denn meine Erfahrung ist auch:

Gute Markenprodukte verkaufen sich auch gebraucht wieder gut.

Wahrscheinlich würde ich mich aber für den TS-2.2P entscheiden, da ich zur Zeit weder Tubeless noch größer als 29″ fahre und so wie es im Moment aussieht, auch nicht vorhabe das in absehbarer Zeit zu ändern. Und falls doch kann ich aufrüsten.